Die Presse- und Kommunikationsabteilungen an Hochschulen können einen erheblichen Beitrag zur
Sichtbarkeit von Professorinnen leisten –
ganz nach dem Motto „Fix the Institution“. Tipps für eine geschlechtersensible
Hochschulkommunikation finden Sie hier.
Inhalte
Klare Strategie und Genderkompetenz
Verfügt die Presse- und Kommunikationsabteilung über eine klare Strategie und die notwenige
Genderkompetenz, kann
dies wie ein Katalysator für die Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen wirken. Idealerweise ist
Geschlechtergerechtigkeit ein integraler Bestandteil der gesamten Kommunikationsstrategie und
aller praktischen Tools
zur täglichen Umsetzung dieser Strategie.
Kommunikation auf allen Ebenen
Kommunikation passiert auf sehr vielfältigen Ebenen: Inhalt, Sprache, Bildsprache, Rollenbilder
auf Fotos und in
Videos, Repräsentation der Geschlechterverhältnisse usw. Für eine geschlechtersensible
Kommunikation müssen alle diese
Ebenen mitgedacht werden. Auch die Verwendung von scheinbar neutralen Begriffen, Farben oder
Formen transportiert eine
Botschaft und sollte mit Bedacht gewählt werden, um ungewollte Ausschlüsse zu vermeiden.
Hilfreiche Anregungen bietet
die Webseite Genderleicht & Bildmächtig des Journalistinnenbund e. V.:
Wissenschaftskommunikation muss gelernt und geübt werden. Daher sollten Wissenschaftlerinnen
gezielte Angebote
zum Ausbau dieser Kompetenz bekommen. Ganz wichtig dabei: den wissenschaftlichen Nachwuchs nicht
vergessen!
Wie können Sie das umsetzen?
Konkrete Angebote zur Zusammenarbeit mit der Presse- und Kommunikationsabteilung
Schulungen zur Social-Media-Präsenz
Trainings für den Umgang mit Presseanfragen
Workshops zur Reflexion zum Thema Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft
Genderkompetenz entwickeln
Eine geschlechtersensible Kommunikationsstrategie kann nur von Akteur:innen mit einer hohen
Genderkompetenz
entwickelt und umgesetzt werden. Idealerweise gibt es im Team nicht nur Einzelpersonen mit
Genderexpertise,
sondern alle Mitarbeitenden verfügen über eine solide Geschlechtersensibilität.
Wie können Sie das umsetzen?
Schulungen für Redakteur:innen in der Presse- und Kommunikationsabteilung
Workshops zum Erarbeiten einer geschlechtersensiblen Kommunikationsstrategie
Prozesse geschlechtersensibel gestalten
In großen Institutionen werden die meisten Entscheidungen durch mehr oder weniger standardisierte
Prozesse
vorbereitet. Um eine geschlechtergerechte Kommunikationsstrategie strukturell zu verankern, müssen
wichtige
Schnittstellen erkannt sowie Prozesse geschlechtergerecht gestaltet werden.
Wie können Sie das umsetzen?
Datenbank mit Wissenschaftlerinnen, die bei Medienanfragen direkt kontaktierbar sind
Geschlechtersensible Auswahlkriterien (z. B. für Preise, Publikationen oder Kampagnen)
Geschlechtersensible Leistungsprämien für besonderes Engagement
Wissenschaftlerinnen eine Bühne geben
Um Wissenschaftlerinnen sichtbarer zu machen, sind gezielte Kampagnen oder Veranstaltungen
hilfreich.
Wie können Sie das umsetzen?
Social-Media-Reihen mit Wissenschaftlerinnen
Crossmediale Kampagnen mit Wissenschaftlerinnen
Workshops zum Erstellen von Wikipedia-Artikeln
Vortragsreihen mit Wissenschaftlerinnen einer Disziplin
Messbare Kriterien entwickeln
Geschlechtersensible Kommunikation erfordert Ressourcen und sollte als Kriterium für die Bewertung
der
Kommunikationsarbeit einfließen.
Wie können Sie das umsetzen?
Gendercontrolling in der Presse- und Kommunikationsabteilung
Verankerung geschlechtersensibler Kommunikation in der Hochschulstrategie
Gleichstellungsangebote sichtbar machen
Angebote zur Gleichstellung müssen übersichtlich, verständlich und zielgruppengerecht kommuniziert
werden.
Wie können Sie das umsetzen?
Kommunikation konkreter Angebote auf der Hochschulwebseite
Publikation spezifischer Veranstaltungen im zentralen Newsletter